1. Vom wunderschönen Wochenende auf Gotland Ende März. Neben der Hauptstadt Visby mit ihrer mittelalterlichen Altstadt schauten wir uns einige Plätze im Norden der Insel an und setzen mit der Fähre über nach Fårö. Neben vielen alten Kirchen waren vor allem die "Rauken" - Felsformationen entlang der Küste - beeindruckend.
Nach einer längeren Sendepause aufgrund von technischen Problemen gibt es mal wieder einen kleinen Statusbericht.
Nach dem Kirunatrip konnte ich noch etwa eine Woche die Ferien genießen bevor das nächste Semester wieder losging. Und wo man sich grade noch darüber beschweren konnte, dass man hier schon zu Beginn des Semesters mit Arbeit überhäuft wird, ist es jetzt schon so weit, dass die nahende Klausurenphase den Aufwand absolut rechtfertigt.
Ende Januar musste Abschied genommen werden, von denjenigen, die nur ein Semester hier verbracht haben. Eine angenehme Folge hatte das allerdings, ich konnte umziehen. Das alte Zimmer vom Chris ist nun mein neues Zuhause. Und nachdem auch die Probleme mit dem Internetanschluss beseitigt ist, bin ich nun rundum zufrieden.
Mein Geburtstag wurde gebührend gefeiert. Mit Besuch (mit und ohne Überraschung), jede Menge lieber Geburtstagsgrüße, liebevoll gebastelten Gutscheinen, sehr viel Kuchen etc.
Die Fotos sind diesmal auch recht bunt zusammengewürfelt:
Für vier Tage ging es ganz weit in den Norden, um ein ganz anderes Gesicht Schwedens zu erkunden.
Kiruna Die Stadt selbst ist eher weniger aufregend. Sie besteht hauptsächlich aus den beiden Eisenerzbergwerken und einigen architektonisch sehr misslungenen Gebäuden. Mit der dicken Schneedecke ließ sich wohl einiges der Hässlichkeit verdecken...und dann steht da ja noch der Umzug Kirunas bevor (als Folge des Erzabbaus) an dem sich dann hoffentlich kompetentere Stadtplaner und Architekten beteiligen werden. Ein paar Lichtblicke gibt es allerdings, zum Beispiel die schöne Holzkiche. Das Bergwerk schauten wir uns natürlich auch an. Mittlerweile kenne ich mich in Schweden auch unterhalb der Geländeoberkante recht gut aus... Was die Helligkeit über Tage angeht muss ich sagen, dass ich es wirklich nicht so unangenehm fand wie befürchtet. Zwischen 11 und 14 Uhr war es "hell", zwar so, dass die Sonne nie zu sehen war und die Straßenlaternen an blieben, aber durch den Schnee schien alles noch einiges freundlicher als es zum Beispiel grade im bewölkten, düsteren Stockholm der Fall ist.
Ice-Hotel Etwa eine halbe Stunde von Kiruna entfernt, in Jukkasjärvi, liegt das jährlich neu erbaute Ice-Hotel, eine absolute Touristenattraktion. Es war wirklich beeindruckend was sich aus den Baustoffen Schnee und Eis zaubern lässt. Für den mäßig hohen Eintrittspreis konnte man sich die individuell gestalteten Suiten anschauen und in den verschiedenen Eisbetten probeliegen.
Abisko Mit dem Zug ist man innerhalb von 1,5 Stunden in dem Dorf Abisko, in den Bergen nordwestlich von Kiruna. Da abgesehen von den 15 Güterzügen mit Eisenerz von Kiruna nach Narvik nicht sonderlich viele Züge auf der Strecke fahren hatten wir genau fünf Stunden die wir in Absiko verbringen mussten. Die ersten zwei davon ließen sich wunderbar mit einem Spaziergang durch die traumhaft schöne Landschaft füllen. Doch dann wurde es langsam dunkel und kalt...und das einzige "Restaurant" welches es in dem141 Einwohner-Dorf gibt hatte natürlich geschlossen... also sahen wir uns schon drei Stunden im Supermark sitzen, dem einzigen warmen, öffentlichen Ort. Doch zu unserem Glück trafen wir genau Dort eine Gruppe Schweizer Austauschstudenten aus Stockholm die uns eine Herberge in ihrer Jugendherberge boten.
Hundeschlitten-Tour Das absolute Highlight! Wir durften das Einspannen der Hunde und das Führen der Schlitten selbst übernehmen. Letzteres funktionierte so, dass die Hunde hinter dem ersten Schlitten hinterherrannten und man sie nur durch das Betätigen der Krallenbremse daran hindern konnte. Aber selbst das war zu Beginn fast unmöglich, die Tiere hatten so einen Bewegungsdrang! Etwa drei Stunden zogen uns die Huskies über Eis und Schnee. Trotz warmer Schneeoveralls wurde es teilweise sehr kalt, da über den See ein ordentlicher Schneesturm wehte. Da war das anschließende Aufwärmen am Feuer bei Suppe mit Elchfleich, Kaffee und Kanelbulle um so willkommener.
Doch am Besten lassen sich all diese Erlebnisse wohl anhand der vielen Fotos nachvollziehen:
Seit gestern bin ich nun wieder in Stockholm. Der Heimatbesuch war angefüllt mit Weihnachtsfeierlichkeiten und natürlich dem Wiedersehen mit Familie und Freunden. Es war eine kurze aber sehr schöne Woche! Das neue Jahr begrüßten wir gestern auf Södermalm, wo man einen tollen Blick auf das Feuerwerk über Stockholm hatte.
Da wir ja nun niemandem mehr die Illusion nehmen, können wir gestehen: Carina und ich waren der Lappis-Nikolaus! Um lieben Menschen eine Freude zu machen haben wir fleißig Muffins gebacken, Tüten bemalt und sind nachts durch Lappis geschlichen... Ok, ganz selbstlos war das Unternehmen nicht, wir hatten selbst wohl am meisten Spaß dabei! Ich selbst war wohl nicht brav, meine Stiefel (und immerhin habe ich hier vier Paar rumstehen) sind leer geblieben... :(
Letzte Woche war der Patrick zu Besuch. Wenn ich überlege was wir die fünf Tage gemacht haben fällt mir vor allem Kaffetrinken und Essen ein... ach ja, und Fotos machen:
Wenn man im November nach Stockholm kommt, sollte man eigentlich früh aufstehen um die wenigen Stunden Helligkeit zu nutzen...aber so diszipliniert waren wir nicht. Also hat der Patrick wohl insgesamt kaum mehr als 20 Stunden gehabt um die Stadt bei Tageslicht zu erleben. Aber ein paar Sehenswürdigkeiten konnten wir trotzdem zeigen, ausnahmsweise mal nicht den Skansen, aber dafür das Vasamuseet und natürlich Gamla Stan. Ganz toll war auch das Eislaufen im Kungsträdgarden, mitten in der Stadt zu den Klängen von Weihnachtsmusik und mit ein paar vereinzelten Schneeflocken... Und einiges an Lappis-Flair konnten wir wohl auch vermitteln, mit gemeinsamen Kochaktionen etc. und dem Lappis-Schrei den ich ja bis jetzt leider noch keinem Besuch präsentieren konnte.
Auch wenn ich nach den fünf Tagen erstmal wieder am akuten Schlafmangel gemerkt habe wie anstrengend Besuch sein kann...es war wirklich schön, dass du hier warst, Patrick!
Heute standen ich und sehr viele andere Bewohner von Lappis vor verschlossenen Türen. Damit wird sich ab jetzt wohl das Leben hier grundlegend ändern. Die Haustüren lassen sich vorerst mit dem Zimmerschlüssel, später dann nur mit den tollen Schlüssel-Chips öffnen. Das bedeutet, der allgemein bekannte Universal-Code mit dem man sich bisher in alle Korridore Eintritt verschaffen konnte um ganz spontan Leute zu besuchen gehört ab nun der Vergangenheit an... und wie sich ab nun die Korridor-Parties organisieren lassen ist auch so eine Frage... Da man seinen Besuch ab nun an der Haustür empfangen muss habe ich damit einen Grund mehr, froh zu sein, dass ich im ersten Stock wohne. Und wenn das Ganze zur Folge hat, dass mir seltener meine Milch geklaut wird kann ich mich vielleicht doch damit anfreunden (allerdings bezweifle ich das noch).
Nun ja, das war die neuste Neuigkeit aus Lappis...der Brand der letzte Woche zwei Straßen weiter gelegt wurde gehört ja nun schon zu den älteren Neuigkeiten...
Ansonsten läuft das Leben hier so alltäglich ab wie es halt sein kann, irgendwie besonders ist es ja immer. Das Studium ist bisher vor allem deshalb anspruchsvoll, da beide Kurse die ich höre auf Schwedisch sind. Da läuft es in den Vorlesungen schon häufig darauf hinaus, dass nach einer Stunde das Verstehen zu anstrengend ist und ich der einschläfernden Wirkung des seicht dahinplätschernden Klang des Schwedischen nichts mehr entgegenzusetzen habe. Aber ich merke, dass sich mein Schwedisch allein dadurch verbessert, dass ich der Sprache jetzt viel häufiger ausgesetzt bin, auch wenn ich längst noch nicht alles verstehe.